Montag, 10.06.2024 Neuigkeiten

Der Amerikanische Krebskongress ASCO 2024: der Fortschritt geht weiter!

ASCO 2024: der Fortschritt für die Krebstherapie geht weiter!

Dr. Peter Anhut, auf dem Amerikanischen Krebskongress ASCO 2024

Auf der ASCO-Konferenz 2024 in Chicago wurden bedeutende Fortschritte in der Krebstherapie vorgestellt, von denen ich mich vor Ort überzeugen konnte. Neue Medikamente und Behandlungsoptionen zeigten vielversprechende Ergebnisse für verschiedene Krebsarten wie Brustkrebs, Speiseröhrenkrebs, Lungenkrebs, Multiples Myelom und schwarzen Hautkrebs. Die Studien belegen, dass die neuen Therapien zu besseren Ansprechraten, längeren Überlebenszeiten und höheren Heilungschancen führen können. 

Beispielsweise verbesserte das Medikament Trastuzumab-Deruxtecan die Behandlung von HER2-niedrigem Brustkrebs, während eine Chemotherapie vor und nach der Operation bei Speiseröhrenkrebs erfolgreich war. Laut den vorgelegten Studien verbessern sich Ansprechraten, Überlebenszeiten und Heilungschancen für Krebspatienten.

Nachfolgend noch einige Details der Studien, es kam natürlich noch viel mehr…

 

Brustkrebs: DESTINY-Breast06-Studie

 

Die DESTINY-Breast06-Studie präsentierte beeindruckende Fortschritte in der Behandlung von HER2-niedrig exprimierendem hormonpositiven Brustkrebs nach endokriner Vorbehandlung. 

Der Einsatz von Trastuzumab-Deruxtecan, einem Antikörper-Wirkstoff-Konjugat, zeigte signifikante Verbesserungen im Ansprechen und einem progressionsfreien Überleben. Diese Ergebnisse bieten neuen Hoffnungsschimmer für Patientinnen, die bisher nur begrenzte Behandlungsoptionen hatten.

 

Ösophaguskarzinom: ESOPEC-Studie

 

Die ESOPEC-Studie untersuchte die Wirksamkeit einer neuen neoadjuvanten Chemotherapie bei Patienten mit Ösophaguskarzinom. Die Ergebnisse zeigten, dass die perioperative Chemotherapie mit FLOT  vor und nach einer Operation zu einer höheren Rate an pathologischen Vollremissionen (pCR, dies bedeutet, dass der Tumor nach der Therapie nicht mehr nachweisbar war) und höheren Heilungsrate nach 3 und 5 Jahren führte als mit präoperativer Radiochemotherapie.  

 

Nicht-kleinzelliger Lungenkrebs (NSCLC): LAURA-Studie

 

In der LAURA-Studie wurde der Einsatz von Osimertinib als adjuvante Therapie bei Patienten mit EGFR-mutiertem NSCLC nach Radiochemotherapie untersucht. Die Ergebnisse waren bemerkenswert: Die zusätzliche Behandlung mit Osimertinib nach der Operation führte zu einer signifikanten Verlängerung des Überlebens ohne Krankheitsprogression. Dies ist ein wichtiger Fortschritt, der das Rückfallrisiko erheblich reduziert.

 

Multiples Myelom: IMROZ-Studie

 

Die IMROZ-Studie konzentrierte sich auf die Erstlinienbehandlung von Patienten mit Multiplem Myelom. Eine Kombinationstherapie aus Isatuximab, Carfilzomib und Dexamethason zeigte eine signifikant höhere Ansprechrate und längere progressionsfreie Überlebenszeiten im Vergleich zu bisherigen Standardtherapien. Diese neue Therapieoption könnte die Prognose für viele Patienten verbessern.

 

Kleinzelliger Lungenkrebs (SCLC): ADRIATIC-Studie

 

Die ADRIATIC-Studie untersuchte die Wirksamkeit einer Immuntherapie bei frühem kleinzelligem Lungenkrebs nach Chemotherapie oder Radiochemotherapie. Die nach Behandlung mit dem Checkpointinhibitor Durvalumab führte zu einer Verlängerung des Gesamtüberlebens und bot eine neue Hoffnung für Patienten mit dieser aggressiven Krebsart, die oft schwer zu behandeln ist.

 

Melanom: NADINA-Studie

 

Die NADINA-Studie konzentrierte sich auf die neoadjuvante  und ggf. adjuvante Therapie bei Patienten mit Melanom im Stadium III. Der Einsatz von Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab zeigte vielversprechende Ergebnisse, darunter eine erhöhte Rate an pathologischen Komplettremissionen. Dies bedeutet, dass bei vielen Patienten der Tumor vor der Operation vollständig verschwunden war, was die Heilungschancen deutlich verbessert. Es kam auch zu weniger Rezidiven und besseren Krankheitskontrolle.



In unserer Schwerpunktpraxis für Hämatologie und Onkologie in Kronach werden wir diese neuen Therapien schnellstmöglich in die Praxis umsetzen, mit dem Ziel, unseren Patienten die bestmögliche und individuell angepasste onkologische Behandlung zu bieten.

 

Bei allen weiteren Fragen zu diesem Thema freue ich mich über ihre Kontaktaufnahme

Ihr 

Dr. med. Peter Anhut.



Quelle: Dr. Peter Anhut
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